Die Krux mit dem Tool

19. Juni 2007 – 08:05:00

CRM erlebt seit ein zwei Jahren ein bemerkenswertes Revival. Hüben wie drüben werden CRM Projekte initiiert und realisiert. Doch obwohl es mittlerweile salonfähig geworden ist, CRM nicht mehr nur als IT sondern als ganzheitlicher Ansatz zur kundenorientierten Unternehmensführung zu sehen, werden offenbar immer noch vorallem Tools evaluiert und eingeführt. Das muss nicht schlecht sein, solange das technische Instrumentarium in einer umfassenden CRM Initiative orchestriert wird und da denke ich, haben die Unternehmen dazugelernt. Ihre Anforderungen sind heute stärker durch das Business als durch die IT getrieben.

Nicht so die anbietende Industrie. Diese verkauft noch immer jede simple Adressverwaltung als CRM Anwendung. So auch das St. Galler Unternehmen Skip5. Die Software-Schmiede hat sich im Bereich Business Software für KMU positioniert und versucht ihr ERP-System nun zusätzlich als CRM zu verkaufen. Dass sich die Software beschränkt kostenlos nutzen lässt, macht sie für CRM-Zwecke nicht besser. Letztlich kann ich lediglich meine Adressen verwalten, Termine mit Ansprechpartnern ablegen und Massenmailings versenden. Das wärs dann auch schon. Ein KMU hat da aber noch ein paar grundlegende Anforderungen mehr an ein CRM-System:

  • Falls mein Unternehmen Kunden im B2B Bereich bedient, brauche ich auf jeden Fall eine Unterscheidung zwischen Firma und Ansprechpartner. Eine Firma kann mehrere Ansprechpartner haben und ich habe keine Lust jedesmal den gesamten Firmenstamm neu zu erfassen, wenn ich einen zusätzlichen Ansprechpartner einpflegen will.

  • Ganz wichtig sind Sales Projekte. Diese muss ich verwalten können und den gesamten Verkaufsprozess darin abbilden können. Zudem muss ich zwingend eine Sicht über meinen gesamten Sales-Trichter auf Knopfdruck rausholen können. Denn Sales ist fast die ganze Miete bei CRM. Dazu hat schon Tom Peters gesagt: „Life is Sales (the rest is details)" Bei CRM geht es im Grunde um genau das. Dem Kunden das Unternehmen, dessen Produkte und sich selber immer wieder positiv zu verkaufen und so länger bei der Stange zu halten und ihn dazu zu bringen mehr bei mir einzukaufen.

  • Ich muss Produktkategorien, Produkte, Geschäftsfälle und Kundenbedürfnisse auswertbar abbilden können und zwar aus Verkaufssicht. Diese korreliert nicht zwingend mit der Transaktionssicht eines ERP-Systems.

  • Zudem braucht es eine Sicht auf die gesamte Kundeninterkation. Mit wem hat der Kunde über was wann gesprochen, Mailkontakt gehabt etc. Eine zusätzliche Integration der ERP-Daten (Welche Produkte hat er wann gekauft? Wieviel Umsatz haben wir mit dem Kunden erzielt? u.a.) ist von Vorteil.

  • Und selbstverständlich muss ich einen oder mehrere Kundenbetreuer dem Kunden zuordnen, Termine und Wiedervorlagen setzen und einfache Kampagnen wie Mailings umsetzen und verwalten können.

  • Meine Systemvoraussetzungen sind: mandantenfähigkeit, web-basierend und für die Verwaltung von mindestens 20'000 Ansprechpartner geeignet.

 
So, das könnte in etwa für ein mittleres Schweizer KMU als Mindestanforderungskatalog an ein taugliches CRM-System im Bereich Sales und Marketing passen. Oder gibts da was, was ich vergessen habe? Checkliste gefällig? Was gehört in ein CRM-Tool:

  • Adressmanagement
  • Kontaktmanagement
  • Kampagnenmanagement
  • Terminmanagement
  • Vertriebsmanagement
  • Servicemanagement
  • Projektmanagement
  • Dokumentenmanagement
  • Wissensmanagement
  • Kommunikationsmanagement

 Skip5
 Screenshot von Skip5 CRM

 

Von Tom Buser | Kategorie: CRM
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Kommentare

Unsere Sicht

Skip5 AG, Roman Sutter - 10. Juli 2007, 09:16
Vielen Dank für Ihren Blog-Eintrag.

Gerne würden wir von Skip5 unsere Überlegungen zu Ihrem Artikel aufzeigen.

"Falls mein Unternehmen Kunden im B2B Bereich bedient, ": dass sehen wir genauso wie Sie. Aus diesem Grund sind im Skip5 CRM for free auch Ansprechpartner auf den Firmen erfassbar, welche natürlich auch die Möglichkeit von der Übernahme der Hauptinformationen der Adresse zulässt.

"Ganz wichtig sind Sales Projekte": Auch dies sehen wir wie Sie. In der Auftragsversion von Skip5 werden natürlich die CRM-Aktivitäten mit den ERP-Daten (Projekte Offerten) vereinigt. Dies führt zu einem zusammenhängenden Fluss aller Daten.

"Ich muss Produktkategorien, Produkte, Geschäftsfälle und Kundenbedürfnisse auswertbar abbilden können und zwar aus Verkaufssicht. Diese korreliert nicht zwingend mit der Transaktionssicht eines ERP-Systems." Da sind wir leider ganz und gar nicht Ihrer Meinung. Ein CRM für den KMU kann nur erfolgreich sein, wenn die ERP-Daten, die den Hauptteil des Kunden sind, auch im CRM abgebildet und nachvollzogen werden können. Nur dadurch erspart sich der Kunde eine mühsame redundante Datenhaltung zwischen ERP und CRM. Dadurch wird das System für den Kunden einfach, nachvollziehbar und effektiv.

"Zudem braucht es eine Sicht auf die gesamte Kundeninterkation. Mit wem hat der Kunde über was wann gesprochen, Mailkontakt gehabt etc. Eine zusätzliche Integration der ERP-Daten (Welche Produkte hat er wann gekauft? Wieviel Umsatz haben wir mit dem Kunden erzielt? u.a.) ist von Vorteil." Genau deshalb gehen wir den Weg vom integrierten CRM in das ERP-System. Damit erleichtert sich der KMU den Umstand, dass die ERP-Daten, gleich nach der Aktivierung auch im CRM-System erscheint und auch Folgeaktivitäten darauf erfasst und geplant werden können.

"Und selbstverständlich muss ich einen oder mehrere Kundenbetreuer dem Kunden zuordnen, Termine und Wiedervorlagen setzen und einfache Kampagnen wie Mailings umsetzen und verwalten können." Siehe Vertreter, Kalender und Folgeeinträge. bzw. Folgeeinträge bei den Mailings

Schlussendlich ist unseres Erachtens für den KMU (und damit auch für kleine Betriebe, wie der Schreiner von nebenan) ein Hauptpunkt zentral: Das CRM darf ihn nicht Zeit kosten sondern soll ihm Zeitaufwand ersparen und Umsatz generieren. Unter diesem Umstand ist es unerlässlich, dass sich sein System, wo immer möglich selbst mit Kundendaten anfüllt.

Wir hoffen, dass wir mit unseren Überlegungen nicht am Ziel vorbei geschossen sind, sondern dem Kunden eine saubere und auf den Punkt gebrachte Lösung präsentieren können.

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Tom Buser

Tom Buser ist Managing Partner bei YukonDaylight und Mitbegründer des Swiss CRM Forum. Mehr Infos, Folien und Fachartikel  
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